Mittwoch, 26. Januar 2011
aus verdruss

„Auf den nächsten Übernachtungsplätzen schrieb er ins Fremdenbuch, unter die Rubrik: `Veranlassung der Reise,´ wohin andre „Geschäfte oder Erholung oder zum Vergnügen usw. geschrieben hatten, ganz einfach: „Aus Verdruss.“ (friedrich von s a l l e t)

zu vermelden ist der fund eines ausserordentlich lesenswerten büchleins. der erziehungsroman aus dem jahre 1838 handelt vom kleinen junius, seinen eltern, den habichs mit ihrem ausgeprägten erwerbssinn und ihrer einfalt, und dem eigentümlich spöttischen patenonkel HOLOFERNES, der dem knaben allerhand flausen in den kopf setzt. diese ausgabe zeichnet sich zudem aus durch bezaubernde illustrationen von a l f o n s w o e l f l e.
der keineswegs kopflose, und nebenbei wie er betont aus guten gründen nicht verheiratete HOLOFERNES ist auch hier der pate und leiht dem inhaber dieses blogs den namen. es geht letzerem wie ersterem viel um unnützes, jedenfalls unnützes in den augen der habichs dieser welt. vom schönen und vom scheitern.
die zerbrochene säule und der paradiesvogel des titels sind programmatisch.
A.d.T.d.O.H. ist ein zitat, überschreibt die einträge aus dem (fiktiven) tagebuch des onkels holofernes.
gefunden zum preis von einer kugel eis in der unseligen stadt k***.

staunen gehört zu meinen lieblingsbeschäftigungen, wenn ich denn dazu komme. die sachen, die mich finden, können sehr verschieden sein, sind meist schon lange unterwegs, was man ihnen ansehen darf, und ruhen sich bei mir etwas aus, treffen dabei auf andere. Eine kleine wunderkammer oder kaleideskop, in dessen spiegelsplittern sich die welt(geschichte) aufs neue überraschend bricht.
Link: Die ganze Geschichte ist auch zu finden auch bey http://gutenberg.spiegel.de/buch/kontraste-und-paradoxen-5162/1